Asyl und Taufe

Eine Schlepperbande wurde aufgedeckt, die Iranern gegen Geld einen sicheren Weg zum Asyl als verfolgte Christen anbot. Das wirft ein Schlaglicht auf das heiße Thema Asyl und Taufe.

Wie erleben wir das? Zunächst müssen wir uns die Ausgangslage vergegenwärtigen: Menschen sind auf dem Weg zum Glauben, erhalten verschiedene Impulse. Und irgendwann entscheiden sie sich für Jesus und lassen sich taufen. In einem freien Land wie Deutschland – jedenfalls seit 1990 – mit vielfältigen christlichen Angeboten ist das eine persönliche Angelegenheit, für die Gemeinden und Missionswerke den Boden zu bereiten suchen.

Anders ist es für Menschen aus islamischen Ländern, aus islamischen Familien. Der Wechsel zum christlichen Glauben und das offene Praktizieren führen zu Verfolgung. Manche entscheiden sich für die Flucht nach Deutschland. Immer mehr Gemeinden haben solche Menschen in ihren Reihen.

Fakten und Probleme im Asylverfahren

Am 1. 4. 2017 hatte die AMIN-Gruppe einen Workshop zum Thema Asyl und Taufe: Wie können christliche bzw. konvertierte Asylbewerber am besten begleitet werden? Rechtsanwalt Matthias Waltermann gab aus seiner Praxis einen konzentrierten Überblick über die Materie des Asylverfahrens.

Für die Anhörung im Asylverfahren müssen Flüchtlinge, die Verfolgung aus Glaubensgründen angeben, glaubhaft machen, dass sie an Leib und Leben bedroht sind.

Wie können sie sich darauf vorbereiten? Was gilt, wenn sie erst nach der Ankunft in Deutschland getauft werden? Es gibt zwei Seiten, die juristische des Asylverfahrens und die seelsorgerliche Begleitung zur und nach der Taufe.

Dazu kommt die finanzielle Seite: wenn ein Anwalt nötig ist, müssen die Kosten getragen werden. Wird ihnen die Summe geschenkt, ist das illegal – sie müssten das Geld dem Sozialamt gegenüber angeben und erst für den Lebensunterhalt verbrauchen.

Es gibt die Idee, mit einer Ehrenamtsbescheinigung die Mitarbeit von Flüchtlingen in der Gemeinde oder in einer anderen christlichen Gruppe zu dokumentieren. Sie müssen neben der Taufbescheinigung weitere Belege sammeln, um ein aktives öffentliches Praktizieren des Glaubens zu dokumentieren. Es ist nicht nur aus seelsorgerlichen Gründen wichtig, sie in der Gemeinde einzubeziehen und zu ermutigen, ihren Glauben vielfältig zu leben, sondern auch für die juristische Seite.

Wenn ihnen eine Aufwandspauschale gegeben wird (für welche auch Spenden getätigt werden können), dann haben sie eine kleine Hilfe für die Anwaltskosten. Ca. 100 Euro dürfen sie legal im Monat bekommen. Wenn ihnen ein Vorschuss gegeben wird, können sie damit die Anwaltsrechnung gleich bezahlen statt sie in Raten zu 50 Euro wie oft üblich abzuzahlen. Sie bekommen also als Ehrenamtlicher z. B. über die Pauschale die Kosten für Handy und Fahrkarten ohne Nachweis ersetzt, weil sie das ja brauchen, um erreichbar zu sein. Dadurch haben sie mehr Geld frei für den Anwalt.

Und was gilt, wenn sie sogar erst nach einem abgelehnten Asylantrag zum christlichen Glauben finden? Dann wird ihnen erst einmal ein Missbrauch unterstellt, es sei denn, sie können glaubhaft machen, dass sie schon vorher auf diesem Wege zum Glauben waren.

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