Geschichten von geflüchteten Menschen:
Der Kunstschmied stellt ein Bild von Jesus her
Ich heiße Omid Azizi*. Ich wurde in Isfahan geboren. Dort habe ich Abitur gemacht. Nach dem Gymnasium arbeitete ich als Kunstschmied und als Holzbildhauer. Vor sieben Jahren starben mein Vater und zwei Jahre später meine Mutter.

Ich habe Koranverse auf Metallplatten geschrieben. Ich hatte zwölf Jahre lang eine Ladenwerkstatt im Zentrum von Isfahan.

Durch einen Freund lernte ich das Christentum kennen. Er hatte eine Bibel, die hat er mir gegeben. Ich habe sie gelesen. Ich konnte so Christus und das Wort Christi kennen lernen.

Ich habe dann als Künstler auch Christus dargestellt, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung. Meine Nachbarn haben das gesehen, dass ich Bilder von Jesus Christus gemacht habe, und haben das der Polizei gemeldet. Die Polizei hat meinen Laden geschlossen und mich ins Gefängnis gebracht. Das war so schlimm. Ich habe dort gelitten, bis ich mit gefälschten Visa aus dem Gefängnis und dem Iran heraus geschmuggelt werden konnte.

Dann kam ich nach Chemnitz. Einer meiner Freunde stellte mir die Chemnitzer Brücke vor. Jeden Tag bin ich dorthin gegangen und habe Deutsch gelernt. Dann konnte ich meinen Glauben frei äußern, auch als Kunsthandwerker. Im August wurde ich in der Michaeliskirche getauft. Ich bedanke mich für alle Mühe und Hilfe.

Geschichten von geflüchteten Menschen:
Meine Frau hat der Polizei alles erzählt
Ich bin Emad* Ich wurde 1998 in Teheran geboren. Ich bin in einer streng religiösen Familie aufgewachsen. Ich sollte die Bräuche eines muslimischen Mannes ausführen. Ich war in einem Dekorationsgeschäft im Verkauf beschäftigt. Vorher hatte ich Abitur gemacht. 2008 habe ich geheiratet. Drei Jahre später wurde unser Kind geboren.

Im Iran lud mich einer meiner Freunde zum Christentum ein. Wir gingen mit ihm in die Hauskirche. Die meisten Treffen fanden sonntags und mittwochs statt. Meine Frau war sehr muslimisch eingestellt. Als mir das bewusst wurde, ging ich sehr aufgeregt in die Kirche. Ich habe immer mit ihr wegen der Religion gekämpft. Wir beschlossen, uns voneinander zu trennen.

Vor der Trennung hatte sie der Polizei alles erzählt. Sie sagte, dass ihr Mann seine Religion geändert habe. Sie sei nicht zufrieden, mit einem Ungläubigen zu leben. Ich wurde gezwungen, mit meinem Sohn heimlich unsere Heimat zu verlassen. Die iranische Polizei beschlag-nahmte mein gesamtes Eigentum.

Mit Hilfe von Jesus Christus gelang es uns, zuerst in die Türkei zu gelangen. Dann sind wir nach Deutschland gekommen. Dann sind wir nach Chemnitz gekommen. Und dann haben wir mit einem Freund aus dem Heim die Brücke kennen gelernt. Die Brücke hat mir und meinem Sohn bisher geholfen. Wir bedanken uns für alle Mühe. Möge Gott die Mitarbeiter dieses Ortes segnen.

Geschichten von geflüchteten Menschen:
Meinen Mann haben die Polizisten auf der Straße fest genommen
Meine Name ist Samira. Ich habe eine Familie mit zwei Kindern. Vor 9 Monaten sind wir hierher gezogen.

Zuerst waren wir in Köln und danach haben die uns nach Chemnitz transferiert. Ich und meine Kinder sind wegen meinem Mann hierher gezogen. Im Iran haben die Polizisten uns geärgert. Weil mein Mann bei der Demonstration gegen die Religion und politische Themen mitgemacht hat. Meinen Mann haben die Polizisten auf der Straße fest genommen, er musste ins Gefängnis und die Polizisten haben ihn geprügelt. Mein Mann, ich und meine Kinder hatten im Iran viel Stress und Probleme. Mein Mann durfte nicht mehr arbeiten und wir mussten aus Iran fliehen.

Mit Gottes Hilfe sind wir hergezogen. In Chemnitz wohnten wir einen Monat im Flüchtlingsheim. Unsere Freunde im Heim haben uns den Chemnitzer Brücke gezeigt. In der Brücke haben uns die Mitarbeiter sehr geholfen. Wir bedanken uns für alles. Wir hätten gern, dass die Chemnitzer Brücke noch mehr den Flüchtlingen helfen kann.

* Namen vorsichtshalber geändert. Die Betreffenden erzählen gern persönlich ihre Geschichte


Die Reihe der Geschichten wurde für das Erntedankfest 2018 in Ebersdorf begonnen.

Sie wird fortgesetzt.