„Brückenbauer“ leben Demokratie in Chemnitz und im Verein – das ist der Titel des Projekts, was wir bis Jahresende durchführen können.

Was machen wir, kurz beschrieben? Geflüchtete engagieren sich im Gemeinwesen, in ihrer neuen Heimat Chemnitz. Sie nehmen aktiv an Versammlungen teil, um das politische System der Bundesrepublik besser kennen zu lernen, und veranstalten Exkursionen. Demokratie üben sie auch in unserem Verein.

Im Projektantrag an den Fördertopf „Demokratie leben“ hatten wir das Problem so beschrieben:

Es gibt Veranstaltungen in Chemnitz zu politischen und gesellschaftlichen Themen, die zu einer breiten öffentlichen Debatte beitragen wollen. Das ist die Chance für Geflüchtete, sich einzubringen, und die Chance für die Veranstaltungen, diverser in der Teilnehmerschaft zu werden.

Geflüchtete haben „viel um die Ohren“, Sprache, Geld, Beruf, das Bleiberecht, aber sie fragen nach politischen Ereignissen, gerade wenn sie wie eine Wahl in der Öffentlichkeit sichbar sind. Sie vergleichen es mit ihrer Heimat, mit ihren politischen Erfahrungen dort. In Freiheit etwas gemeinschaftlich zu gestalten bzw. teilzunehmen, ist für unsere Mitglieder und ihr großes Umfeld attraktiv.

Wir wurden als Brückenbauer angefragt, zum Beispiel am OB-Wahl-Podium im Stadthallenpark im September 2019 teilzunehmen und waren mit einer großen und aktiven Gruppe da.

Weiteres Problem: Das Wahlrecht für Geflüchtete liegt noch in weiter Ferne. Sie haben keine Erfahrung mit demokratischen Regularien, freien udn geheimen Wahlen, Rechenschaft über den Haushalt etc. Da ist der eigene Verein eine gute Plattform, mitbestimmen zu dürfen wie alle anderen. Die letzte Mitgliederversammlung mit Satzungsänderungen und Vorstandswahl war Neuland für die mehrheitlich iranisch-afghanischen Mitglieder, aber ein erster Schritt zum Verständnis. Gerade die Verbindung zwischen der Demokratie im Alltag (z. B. auch die Rolle eines Betriebsrats in der Firma) und in der großen Politik muss so früh wie möglich den Neuankömmlingen vermittelt werden zw. mit ihnen gemeinsam behandelt werden.

Unsere Demokratie braucht es, dass Menschen migrantischer Herkunft für sich sprechen und sich einbringen. Dann wird sie stärker.

Und da wir stark gewachsenen sind als Verein mit mehrheitlich in den letzten Jahren aus ihrer Heimat nach Chemnitz geflüchteten Mitgliedern, lag so ein Projektantrag nahe. Wir machen uns immer weiter auf den Weg, für unsere Anliegen in der Gesellschaft einzutreten. Wir wenden uns gegen Rassismus und für eine offene Gesellschaft. „Demokratie leben!“ ist Teil unserer ehrenamtlichen Arbeit. Der christliche Glaube ist eine starke Grundlage dafür, wie wir es in unserem Leitbild beschrieben haben.