Internationale Gemeinde spendet

Die kleine internationale Gemeinde in der Theaterstraße 76 hat sich entschieden, die Chemnitzer Brücke regelmäßig finanziell zu unterstützen. Heute waren wir da, um Danke zu sagen und die Arbeit vorzustellen. In einer Etage sind die Räume, ein Saal mit vielleicht 100 Stühlen, Kinderräume, eine Küche, in der hinterher Tee und Kuchen angeboten wurden, und anderes. Wir wurden herzlich begrüßt.

Wir hatten die Zeit, in der sonst gepredigt wird. Der südkoreanische Pastor ist zur Zeit in Korea. Frank Schönfeld und John Malakuoti lasen abwechselnd auf deutsch und Farsi das Evangelium (Mt. 25), in dem Jesus sagt, wonach er am Ende der Zeit richten wird. „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“, dieser Satz, eine der Grundlagen unserer Arbeit, kommt darin vor. Dann hat Frank eine spontane Kurzpredigt dazu gehalten, die Mehrdad ebenso spontan auf Farsi übersetzt hat. Denn außer Johns Familie waren auch viele christliche Iraner mitgekommen. Eine Premiere in jeder Hinsicht! Anschließend erklärte Katharina Weyandt an Hand einiger Bilder die Arbeit in der Brücke und darüber hinaus. Sie und Frank lasen zum Abschluss unser Leitbild vor. Außerdem wurde die AMIN-Gruppe vorgestellt.

Viele einzelne Gespräche schlossen sich an. Es ist beeidruckend, wie so eine Gemeinde, die selbst vorlebt, dass der Leib Christi International ist, und die ihre Arbeit durch Spenden finanziert, an ein Werk wie die Brücke abgeben will. Wir danken auch für die Gebete und den Segen.

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Weihnachten 2017

Wir planen gemeinsam mit anderen Engagierten aus Gemeinden (AMIN-Gruppe) folgendes:

  1. ) Am 17. Dezember 2017, dem 3. Adventssonntag gestalten wir nachmittags in der Erstaufnahmeeinrichtung am Adalbert-Stifter-Weg eine Weihnachtsfeier. Die Malteser haben uns wieder dazu gebeten zu kommen. Für die Kinder als Geschenke sammeln wir 50 Schulpakete: Schulsachen, Stifte, Radiergummi, Anspitzer, Malkasten, Hefte, Zeichenkarton, Schnellhefter, Locher … was Kinder so brauchen. Auch ein gut ausgewähltes Spielzeug darf dabei sein.
    Abzugeben bis zum 8. Dezember in der Brücke Montag bis Freitag 14-17 Uhr. Frankenberger Str. 75, Tel. 0171-2009442 oder 015165165576 (K.Weyandt)
    Bitte möglichst Sachen wählen, die von der Optik für Jungen und Mädchen gleichermaßen geeignet sind. Altersstaffelung angeben (0 bis 5 / 6 bis 11 / 12 bis 17).Zur Verpackung: entweder in einem Turnbeutel oder die Sachen für je 1 Kind in eine einfache Tüte (evtl. einige Teile bunt verpackt) – wir packen alles zum Verschenken in Stoffbeutel.Hier die Bitte auf Handzetteln und DIN A 4-Aushang zum Ausdrucken und Weitergeben.Wer möchte selbst an der Weihnachtsfeier mitwirken? Singen, Begegnung, … Bitte am besten zur Planung am 24.11. 15 Uhr in die Brücke kommen. Oder melden bei Albrecht Weißbach, vorstand@chemnitzer-bruecke.de

2.) Für die Feiertage selbst sammeln wir Namen von Gästen, die sich über die Einladung zu einer privaten Weihnachtsfeier zu Hause freuen. Viele haben sowieso inzwischen Kontakte zu Leuten, die sie Weihnachten einladen wollen. Anderen wollen wir dabei helfen, im Sinne der Aktion vor einiger Zeit im Sommer „Lade Fremde ein.“
Gerne könnt Ihr auch Einladungen zu Gemeinde-, Vereins-Feiern oder zu einem anderen Anlass in der Adventszeit an die Brücke leiten (info@chemnitzer-bruecke.de). Das wurde letztes Jahr schon gerne angenommen.

3.) Die Freitage vor Weihnachten gestalten wir adventlich, auch mit Vorbereitungen. Am 8.12. gehen wir zur Interkulturellen Weihnachtsfeier ins Tietz.

„Wir für Sachsen“

In der Flüchtlingshilfe geschieht ganz viel ehrenamtliche Arbeit. So wichtig professionelle Deutschkurse und Sozialberatung sind, richtig sprechen lernen, sich in Deutschland heimisch fühlen, geht nur mit freiwilligen Hilfen. Das ist unsere Aufgabe. Und da helfen Flüchtlinge, welche schon länger in Deutschland sind oder spezielle Kenntnisse haben, etwa aus ihrem Beruf, auch kräftig mit. Der Freistaat Sachsen unterstützt uns da ein bisschen, indem alle, die im Schnitt 20 Stunde pro Woche ehrenamtlich helfen, aus Steuereinnahmen 40 Euro bekommen. Zum Beispiel für die Fahrkarte oder andere Kosten.

Das nennt man „Aufwandsentschädigung“. Es ist ein Einkommen, auf das man keine Steuern zahlen muss. Man muss es nur dem Finanzamt angeben. Wer als Flüchtling Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt oder vom Jobcenter, muss das Geld auch angeben und darf es dann behalten.

Das Motto des Förderprogramms lautet „Wir für Sachsen“. Ein gutes Motto. Wir arbeiten alle daran, egal, aus welchem Land wir kommen, nach dem biblischen Prinzip „Suchet der Stadt Bestes“.

  • Wer allerdings auf Arbeitssuche ist, muss dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Im Zweifelsfall muss er/sie die ehrenamtliche Arbeit aufgeben, wenn sie mit der Arbeitszeit kollidiert. Um eine Person zuverlässig in der Brücke zu beschäftigen, mussten wir einen neuen Mitarbeiter mit einer Teilzeitstelle einstellen.

Neues im Herbst 2017

Auf einem Brückenabend der Aktiven und einer Mitgliederversammlung werden wir am 2.11. ab 18 Uhr einen neuen Mitarbeiter einführen. John Malakuoti ist seit Anfang Oktober „Integrationshelfer“ im doppelten Sinne: er hilft anderen und lernt gleichzeitig selbst, im Bereich Deutsch und bei allem, was zu einem Verein dazu gehört. Mehr zu ihm später. Auch andere Gäste aus der christlichen Flüchtlingsarbeit in Chemnitz sind zu der Einführung eingeladen.

Hoffnung für Afghanen

Am 22. und 23. September 2017 – Freitag und Samstag – haben wir das „Haus der Kulturen“ in der Jägerstraße 5-7 gemietet für eine über Internet-Livestream übertragene Info-Veranstaltung über den christlichen Glauben von Afghanen für Afghanen. Konkret von Dari-Sprechenden. Zwar ist die Sprache dem iranischen Farsi ähnlich, weshalb der Iran das Hauptfluchtland von Afghanen ist. So nehmen beide Sprachgruppen gemeinsam an den christlichen Angeboten teil. Aber deutschlandweit hat sich eine Gruppe Afghanen zusammen gefunden, die unterstützt von der evangelischen Allianz etwas speziell für diese Gruppe anbietet. Hier die Website dazu. Das Programm startet 19.30 Uhr, vorher ab 18.30 Uhr ist Essen.

Zaher Ataie aus der Luthergemeinde und Mitglied bei Brückenbauer Chemnitz e. V. hat schon im Sommer eine Jüngerschaftsschulung mitgemacht, bei der auch das Programm dieser Evangelisation vorgestellt wurde. Wir haben seine Teilnahme mit Spendenmitteln unterstützt und fördern auch diese weiteren Aktivitäten. Es ist wunderbar, dass hier in Deutschland Leute die Gelegenheit haben, den Glauben kennen zu lernen. Wir Deutschen haben so viele Gelegenheiten dazu, jetzt sind auch andere Sprachgruppen dran.

Das „Haus der Kulturen“ ist als Treffpunkt Iranern und Afghanen bekannt, dort arbeitet auch ein afghanischer Mitarbeiter. Über Freifunk ist dort Internet verfügbar. Zaher nimmt seinen Laptop mit, hat sich Boxen geliehen, aus der Brücke wird der Beamer verwendet. Und dann ist die kleine Schar christlicher Afghanen aus Chemnitz gespannt auf diese allererste Veranstaltung für ihre Sprachgruppe.

Natürlich wird vorher afghanisches Essen gegessen, was sie selbst kochen. Für den Einkauf nehmen wir Spenden. Am Samstag für den zweiten Abend darf vorher  im Gemeindezentrum der Luthergemeinde gekocht werden. Deutsche Jugendliche von einer Rüstzeit wollen an dem Nachmittag mithelfen und so Flüchtlingen begegnen. Dann wird alles in das „Haus der Kulturen“ transportiert.

Für den 3. Abend, den Sonntag, haben wir noch keinen festen Plan. Da ist das „Haus der Kulturen“ schon belegt. Vielleicht werden die Interessierten zu Leuten nach Hause eingeladen?

 

16.9.Brot des Lebens International

Mohsen am Stand beim Aufbau

Kurzes Fazit: Es war viel los, so viel Literatur in so kurzer Zeit konnten wir noch nie an Interessenten verschenken. Gott sei Dank! Den Pavillon haben wir von der Jugendkirche geliehen bekommen. Der Aufbau erst mit Frank und dann mit Mohsen hat wunderbar geklappt. Und es gab ringsherum so viel zu essen, dass es gut passte, dass wir nicht so viel echtes Brot anbieten konnten.

Aufruf: Brot oder Getreide in anderer Form ist bei den meisten Völkern die Basis der Ernährung. Deshalb wird auch die Bibel, das Wort Gotes, als „Brot des Lebens“ bezeichnet. Je mehr orientalische Läden hier aufmachen, desto leichter sehen wir Brot in der Art, wie es zu Zeiten Jesu in Gebrauch war.

ZUr Eröffnung der Interkulturellen Wochen in Chemnitz wollen wir deshalb einen Zeltpavillon sowie Tische und Bänke aufstellen und Brot und Bibelworte anbieten. In internationalen Varianten, unterschiedliches Brot oder andere einfache Getreidegerichte und Bibeln und Bibelteile in verschiedenen Sprachen.

Bei Kaffee und Tee wollen wir mit den Leuten auf dem Neumarkt ins Gespräch kommen. Und sicher viele Bekannte treffen.

Wer bringt Brot etc. mit? Bitte melden an info@chemnitzer-bruecke.de

Eine besondere Einladung haben wir für Leute, die Dari sprechen, zu einer Veranstaltung „Hoffnung für Afghanen“, die ein Wochenende später stattfindet. Hier die Website dazu, genaue Infos zu Zeit und Ort folgen.

Statistik: 2500 Gäste in der Brücke / Jahr

Von November 2016 bis August 2017 haben wir eine Strichliste über die Zahl der Gäste geführt (danke, Olga!). Es wurden insgesamt 133 Tage notiert, im Durchschnitt waren 10,4 Gäste da. Daraus kann man hochrechnen, dass die Chemnitzer Brücke in einem Jahr von 2.500 Flüchtlingen besucht wird. Denn längere Schließzeiten hatten wir bisher nicht.

Die Zahlen schwanken von Wochentag zu Wochentag.

Und auch in absoluten Zahlen gibt es von Tag zu Tag starke Schwankungen:

Die Monate waren unterschiedlich stark besucht, was auch an den anderswo angebotenen Sprachkursen liegt.

 

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben also jeden Tag eine andere Gruppe vor sich. Sie versuchen immer, so intensiv und individuell wie möglich den Gästen zu helfen. Sie kommen ja nicht mit einem fertigen Programm, sondern richten sich nach den Erfordernissen des Tages.

Menschen mit Herz gesucht

Die Nachmittage in der Brücke sind ruhiger geworden, seit die großen Zahlen der Flüchtlinge in Sprachkurse eingegliedert wurden. Aber um so intensiver: Die Menschen kommen mit ihren speziellen Fragen, haben Bedarf zu üben, etwas in ihrem Deutschbuch erklärt zu bekommen, Deutsch zu sprechen. Kein Mensch kann nur über einen Kurs eine Sprache lernen.

Und schließlich wünschen sie sich eine Zeit des freundlichen Miteinanders. Es dauert, bis an einem neuen Ort neue Beziehungen aufgebaut sind. Und angesichts der vielen Asylantrags-Ablehnungen vor allem für Afghanen ist die Zukunft unsicher. Um so mehr hilft die zuverlässig offene Brücke. Dafür brauchen wir mehr Ehrenamtliche. Menschen mit Herz, die zwei Stunden in ihrem Kalender frei räumen können. Oder bereit sind, bei besonderen Termin abends und am Wochenende dabei zu sein. Von dem freundschaftlichen Kontakt profitieren beide Seiten. Mehr dazu hier.

Wir waren in Buchenwald und Weimar

Über fünfzig meist junge Flüchtlinge aus dem Iran, Afghanistan und Syrien und meist ältere Mitglieder der jüdischen Gemeinde Chemnitz haben am 27. Juli eine lange vorbereitete Tagesfahrt in die KZ-Gedenkstätte Buchenwald und die Klassikstadt Weimar gemacht. Die Teilnehmer hatten nicht nur sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden, sondern auch die Kluft zwischen den Generationen. Ein besonderer Dank gilt gerade den Älteren, die sich darauf eingelassen haben.  Auch die meisten Gemeindemitglieder, die selbst aus der ehemaligen Sowjetunion stammen, waren aus verständlichen Gründen noch nie in Buchenwald gewesen. Doch das Interesse bei allen war so groß, dass eine Warteliste für eine weitere Fahrt gebildet werden musste.

Die Informationen wurden intensiv aufgenommen, die Zahl der 6 Millionen ermordeter Juden beeindruckte die Flüchtlinge. Nach Hitler wurde gefragt, ob er dort in Buchenwald war und warum er das Böse verursacht hatte. Und warum die anderen europäischen Staaten es nicht verhindert hätten, fragte ein Afghane. Das Foto eines Häftlings am Galgen kommentierten afghanische Schülerinnen, dass das wie in ihrer Heimat sei. Sie erkundigten sich bei Maria Lyamets von der jüdischen Gemeinde, ob sie vielleicht mit Holocaust-Überlebenden sprechen könnten. Eine Schweigeminute, jüdische und christliche Gebeten und der Hinweis auf den Pastor Paul Schneider, den „Prediger von Buchenwald“, schloss den Besuch ab.

Die Reise wurde gefördert vom Bundesministerium des Inneren aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags. Zuständig ist das Programm „Weisstduwerichbin“, über das wir schon 2016 eine erste Begegnung zwischen Flüchtlingen und der Jüdischen Gemeinde ausgestaltet hatten.

Fotos: Maria Lyamets, Olaf Glöckner


 

 

 

 

 

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Hier die Einladung:

In der Nazi-Zeit 1933-1945 wurden Juden und viele andere, die das Deutsche Reich verfolgte, in Konzentrationslager gesperrt. Die meisten sind dort ermordet worden. Heute sind manche Orte der Erinnerung, ähnlich wie Museen. Am nächsten an Chemnitz gelegen ist Buchenwald in Thüringen. Es liegt nah der Stadt Weimar. Die ist durch den Dichter Johann Wolfgang von Goethe berühmt.

Wir laden gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Chemnitz ein zu einer Tagesreise nach Buchenwald und Weimar am Donnerstag, 27. Juli, 9 bis 20 Uhr. Hier erleben wir Schatten und Licht in der deutschen Geschichte. Wir fahren mit einem Bus. Die Fahrt ist gratis, nur Essen soll jeder mitbringen. Alle Informationen werden auf farsi und arabisch übersetzt.

In Vorbereitung der Reise veranstalten wir am Donnerstag, 20. Juli 2017, 18 Uhr, in der Jüdischen Gemeinde, Stollberger Straße 28, einen Informationsabend mit Vortrag. Es referiert Dr. Olaf Glöckner (Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien Potsdam) zum Thema „Juden in Deutschland, die Katastrophe 1933-1945 und der Neubeginn.“ Zugleich werden Informationen über die Kulturstadt Weimar und Details für die Tagesreise bekanntgegeben.Wer mitfahren möchte, soll zu dem Vorbereitungsabend kommen.

Einen ersten Schritt zur Begegnung zwischen Flüchtlingen und jüdischer Gemeinde gingen wir Anfang Dezember. Die Reise ist ein zweiter Schritt. Weitere sollen folgen. Das Programm „Weisst du, wer ich bin?“ ermöglicht es finanziell. Das sind unsere Ziele, die wir in dne gemeinsamen Antrag geschreiben haben:

  • Basis-Informationen über die deutsche Geschichte mit Juden und fremden Kulturen, welche die Teilnehmer sonst nicht so schnell erhalten würden, angesichts des Asyl- und Integrationsprozesses, in dem sie sich befinden, wo so viele andere Inhalte an sie herangetragen werden. (Dass der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, im April 2017 vorschlug, KZ-Gedenkstätten mit Flüchtlingen zu besuchen, hat uns in der schon länger bestehenden Idee bestärkt.)
  • Lernen in einem Klima der Begegnung, des persönlichen Austauschs, der Ermutigung zu persönlicher Stellungnahme, handlungsorientiert – Abbau von bzw. Vorbeugung gegen Vorurteile
  • Erleben der jüdischen Gemeinde, der christlichen Brückenbauer und der muslimischen Teilnehmer gemeinsam auf dem Weg des tolerantem Zusammenlebens